Das Sturmtief KRISTIN hat große Verwüstungen in Mittelportugal angerichtet. Der Schwerpunkt des Sturmes mit monsunartigen Regenfällen lag im Bereich der Landkreise von Leiria und Coimbra. So wurde das Fußballstadion und die Hauptkirche von Leiria abgedeckt. Schwere Schäden gab es auch in den Fabrikhallen des Industriegebiets von Leiria. In Marinha Grande traf der Sturm mit über 150 Std.KM auf Land. Ein Pinienwald in dieser Gegend wurde aufgrund des Sturmes flachgelegt. Die Bäume wurden regelrecht aus der Erde mit Wurzel herausgerissen.

Foto: Wald bei Leiria flachgelegt,  Facebook

Als Folge liefen durch das enorme Regenwasser fast alle Stauseen Portugal voll. Da im Hinterland an den Flüssen Douro, Mondego, Guadiana und Tejo auch viele Staudämme liegen mussten große Wassermassen abgelassen werden. Der größte Stausee der iberischen Halbinsel Alqueva am Rio Guadiana lässt schon seit Tagen durchgehend riesige Wassermassen ab, die bereits in Spanien dem Fluss von anderen Sperrwerken zugeführt wurden.

Foto: Alqueva Staudammablass von Wasser in den Guadiana, Facebook

Überall im Lande entstanden große Seenlandschaften, da das Wasser oft nicht mehr abfließen kann. Der Rio Sado, wie auch der Mondego, bringen auch aus dem portugiesischen Hinterland Wasser von Staudämmen mit die im Fluss bei Grândola schon zu einer Wasserhöhe von 7 Metern über Normalstand führte. Im Sommer ist dort der Sado ein kleines Rinnsal. Inzwischen hat sich nun auch noch im Süden ein weiteres Regengebiet festgesetzt, LEONARDO, das weiter riesige Regenmengen mit sich bringt. Hier liegt der Schwerpunkt der Regenfälle zwar in Andalusien, aber dieses Tief hat sich auch in Südportugal abgeregnet. Folge davon ist z.B. eine überflutete Altstadt von Alcâcer do Sal. Hier stand am 5.2. das Wasser 2 Meter hoch zwischen den Häusern und die Bewohner konnten nur mit Schlauchbooten gerettet werden.  

Alcacer mit den Überschwemmungen des Rio Sado, Facebook

Durch heftige Stürme sind in Portugal und Spanien bereits mehrere Menschen ums Leben gekommen. In Portugal beläuft sich der entstandene Schaden auf vier Milliarden Euro. Aber noch sind die Regenfälle nicht vorbei und die Erde kann keine Feuchtigkeit mehr aufnehmen. Es ist davon auszugehen, dass es Spendenkampagnen für die vielen geschädigten Privathaushalte geben wird, denn der portugiesische Staat ist nicht in der Lage diese Schäden im ganzen Land zu entschädigen. 

Evakuierung der Bevölkerung in der Altstadt von Alcacer do Sal, Facebook