Der Bahnverkehr im Alentejo bekommt neuen Schwung, denn mit 12,6 Milliarden Euro sind neue Investitionen in den portugiesischen Bahnverkehr für das nächste Jahrzehnt geplant. Hierzu gehört an erster Stelle die direkte Bahnverbindung zwischen Lissabon und Madrid über Evora und Elvas. Bahntransporte und Passagiere können dadurch innerhalb von 5 Stunden von Lissabon nach Madrid gelangen. Der sogenannte Corredor International Sul, soll durch den Neubau der Bahnstrecke Evora - Elvas Fahrt aufnehmen. Dieses Projekt hat nun höchste Priorität erhalten, denn man hat in der Vergangenheit schon viel Zeit durch Diskussionen über die Spurbreite und andere Angelegenheiten verloren. Da auch die EU Kommission einen großen Nutzen in der Anbindung von Portugal an das spanische Schnellstreckennetz über Madrid sieht, werden von dort entsprechende Mittel bereitgestellt werden. Es handelt sich dabei um das größte Eisenbahnprojekt Portugals seit 100 Jahren. Auch der Seehafen von Sines soll in diesem Rahmen stärker angebunden werden, damit Container dann über das Drehkreuz Pocerão direkt nach Madrid weitergeleitet werden können. Der Ausbau der Streckenkapazität über Ermidas-Sado und Grândola soll schon in den nächsten Monaten starten.  Die Transportführer in Sines versprechen sich neben dem Zeitgewinn auch eine große Kostenersparnis einmal abgesehen vom ökologischen Gewinn für die Umwelt, da viele Container dann vom LKW auf die Schiene wechseln werden.

Privatisierung von Bahnlinien in Portugal

Die Firma Barranqueiro hat am 15.2.21 im Rahmen der Liberalisierung des Bahnverkehrs in Portugal eine Lizenz beantragt. Man will ab 2023 von Braga nach Faro eigene Personen-Züge zu operieren. Ebenfalls ist dieser private Operator daran interessiert nach Fertigstellung der neuen Strecke, auch privaten Passagierverkehr von Lissabon über Evora nach Madrid einzuführen.

Quelle: Expresso 13.2.21