Ein Beispiel für zukünftige Sonnenenergie-Projekte in Portugal:

Die Solaranlage Ourika in Ourique / Alentejo

 Solarkraftwerk in Ourique erzeugt Strom für 25.000 Haushalte ohne jede Subvention. Foto: D.R.

 

Schon im Jahr 2013 wurde von dem portugiesisch-spanischen Unternehmen Prosolia dieses Solarprojekt in Ourique/Alentejo geplant. 100 Hektar Land werden dafür benutzt und 2018 ging diese private Solaranlage mit 46 Megawatt in Betrieb, genug erneuerbarer Strom um 25.000 Haushalte zu versorgen. Dies ist die gleiche Größenordnung, wie das staatlich geförderte Versuchsprojekt in Amareleja/Alentejo erzeugt. Der große Unterschied zwischen den Projekten ist, dass Ourika seine Finanzierung aus rein privaten Mitteln bestritten hat und deshalb auch nicht an die festgesetzten Strompreise Portugals gebunden ist. Prosolia hat sich inzwischen mit dem französischen Konzern Omnes verbunden und will auch in Zukunft in Portugal weitere Projekte der Sonnenenergiegewinnung aufbauen. Hierfür stehen nun weitere 350 Millionen Euro zur Verfügung. Ein Projekt für 30 Megawatt in Covilhã ist bereits in Arbeit und die Solaranlage in Ourique wurde 2020 an den deutschen ALLIANZ Konzern verkauft. Das Management von Prosolia/Omnes sieht positiv in die Zukunft und man rechnet damit, dass in Zukunft noch mehr unabhängige Firmen in diesen Markt investieren werden, da diese Projekte gute Gewinnaussichten aufweisen. 

Doch schon stehen neue Projekte von Prosolia in Santiago de Cacém im Alentejo auf dem Plan, wo eines der größten Solarprojekte Portugals installiert werden soll. Auf einer Gesamtfläche von 1262 Hektar entsteht eine Anlage mit Dimensionen, die alles bisher Gekannte in den Schatten stellt. Die reine Stellfläche für die Solarpanels wird mit 481 Hektar die größte Anlage der iberischen Halbinsel sein (verglichen mit Amareleja/Moura wo sie lediglich 250 Hektar Fläche bedecken). Dies sind Ausmaße, die mittlerer Weile auch die Umweltschützer auf den Plan rufen, denn durch die Versiegelung von Agrar- und Naturlandflächen entsteht ein beachtlicher Schaden, da diese nicht mehr für den Anbau von Nutzpflanzen (Oliven, Früchte etc.) zu Verfügung stehen. Auch der Verlust des bisherigen CO2-Abbaus durch diese Naturflächen ist erheblich und muss bei der Aufstellung einer Umweltbilanz beachtet werden.

Solaranlagen verbrauchen Natur- und Agrarland/Tageszeitung Público

Olivenbäume weichen den Solar-Paneelen

In Pias, im Landkreis der Gemeinde Serpa, neben dem Stausee Pedrógão und nur wenige Kilometer vom Alqueva-Stausee entfernt, begannen die Bauarbeiten für das Solarzentrum Ínsua in der Herdade das Galinhas. Mehr als 100.000 Olivenbäume, die erst vor fünf Jahren gepflanzt wurden, wurden für dieses Projekt heraus gerissen, um Platz für rund 116.000 Solar-Paneele zu schaffen, die zur Erzeugung von Strom installiert wurden. Es wird neben dem o.g. Projekt in Santiago do Cacém, eines der größten Photovoltaikanlagen des Landes sein und 94 GWh produzieren, um mehr als 80.000 Haushalte zu versorgen, genug, um das gesamte linke Ufer der Guadiana-Region zu versorgen. Die angekündigte Investition übersteigt 35 Millionen Euro und das Projekt wird eine Fläche von fast 60 Hektar einnehmen. Es beteiligen sich internationale Konsortien, wie der Konzern Nordic Solar an der Finanzierung neuer Solarprojekte in Portugal.

Trotz der mäßigen Umweltbilanz haben Solarprojekte im Alentejo eine gute Konjunktur, da man entdeckt hat, dass sie auch für die Privatwirtschaft sehr lukrativ sein können.

(Quelle: Tageszeitung Público 12.3.21)