Bericht über das Grauen und qualvolles, unnötiges Sterben in der Sierra de Agrela.

Vielleicht erinnert man sich in Deutschland noch an die Berichte über die verheerenden Waldbrände in Portugal, im Jahr 2017, durch die in Pedrogão Menschen und Tiere ums Leben kamen.

Jedes Jahr, sobald die Temperaturen ansteigen, werden erneut Brände gelegt, denn Bodenspekulation und Holz- /Celluloseindustrie lassen skrupellose Individuen zu Brandbeschleunigern greifen um grosse bewaldete Flächen und deren Fauna  zu vernichten.

Am Samstag den 17.7.2020 wurden Waldbrände in der Sierra de Agrela, im Kreis Santo Tirso, im Norden Portugals, gelegt. Es dauerte bis in die Nachmittagsstundendes 18.7. bis endlich Löschflugzeuge zum Einsatz kamen, um die Feuerwehr am Boden zu unterstützen.

Was sicherlich vielen Menschen zu diesem Zeitpunkt nicht bekannt war, dass sich genau in diesem Abschnitt zwei illegal betriebene “Tierasyle“ befanden. Erst am Sonntag, dem 19.7., nachdem die Löscharbeiten Erfolg hatten, gingen Aufrufe von diversen Facebook Seiten lokaler Tierschutzgruppen aus, welche die Bevölkerung zur Unterstützung bei der Rettung der Tiere aufriefen.

An dem schwer zugänglichen Ort, mitten im Wald bot sich den hunderten von freiwilligen Helfern ein Anblick des Grauens, denn am Samstag wurde den Tierschützern das Eindringen in das Gelände durch die Polizei unter Androhung von Strafe/Festnahme verwehrt. Die Tierschützer konnten nur zuschauen, wie die angeketteten Tiere dem Flammeninferno ausgesetz waren und viele darin umkamen.

Am Sonntag gab es jedoch kein Halten. Auf Grund des Ansturms der grossen Anzahl von freiwilligen Helfern konnte die Polizei ein Eindringen in das Gelände nicht mehr verhindern.

Die vielen Kadaver konnten die Helfer nicht aufhalten zu den noch lebenden Tieren vorzudringen.

So war es möglich ca. 200 Tiere (überwiegend Hunde) aus ihren verbrannten ``Unterkünften``von den Ketten zu befreien. Die Tiere wiesen multiple Verbrennungen auf, hatten starke Atemprobleme,verursacht durch Hitze und Rauch,  viele waren bis auf das Skelett abgemagert, krank, räudig und von Parasiten befallen, misshandelt und verstümmelt.

Die traumatisierten Hunde und Katzen konnten aus ihren, von Müll und Exkrementen,überhäuften Gefängnissen befreit werden.

Anschließend wurden die Tiere an verschiedenen, im Wald improvisiert eingerichteten Notfallstationen von freiwillig agierenden Veterinärinnen/Veterinären und ihren Helferinnen und Helfern mit Sauerstoff, Infusionen, mit Anästesie und mit Brandverbänden versorgt.

Mit hohem logistischem Aufwand konnten die anwesenden privaten Tierschutzorganisationen die Verteilung und den Transport der Tiere umgehend organisieren. Nur eine kleine Anzahl wurde von der Polizei in die überfüllten, städtischen Einrichtungen verbracht.

In den vergangen drei Tagen wurden die Tiere in Veterinärkliniken versorgt, um sie zeitnah in Schutzeinrichtungen zu überführen und einige baldige Adoption zu ermöglichen.

Jedoch nicht alle Hunde und Katzen sind wohlauf und benötigen weiterhin medizinische Betreuung.

Einige der Pelznasen haben zwischenzeitlich den Kampf verloren.

In tiefer Erinnerung bleiben allen Anwesenden jedoch die Bilder von angeketteten Hunden und eingeferchten Katzen die im Feuer elendig zu Tode gekommen sind. 

Die Lage hat sich heute noch einmal zugespitzt. Da die öffentlichen Stellen eine Überlastung der Aufnahmestationen sehen, will man von der derzeitigen gesetzlichen Regelung des Tierschutzes zurücktreten  und alle Tiere, die sich länger als 1 Jahr in den Tierheimen befinden, töten.

D.h. das Finden von Paten und Adoptionen müssen vorangetrieben werden.

Mit 190 Neuzugängen kein leichtes Unterfangen. 

Bitte helfen Sie, wenn Sie können !

In der Hoffnung auf Ihre Unterstützung verbleibe ich mit freundlichen Grüssen

Ulrike Gradim (Reguenga, Portugal Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!)

 

P.S.:  In den Anhängen finden Sie eine Reihe von Informations- und Bildmaterial um sich einen Überblick zu verschaffen. Der nachfolgende Link enthält meine privaten Aufnahmen https://1drv.ms/u/s!AoNpXJUD9K6QaJza4H-F2HG0Npo?e=DCQMLB

Eine Liste der involvierten Aufnahmestellen, deren Kontakte und Verbidungen kann der Verein “Animais de Rua“ (Strassentiere) https://animaisderua.org/, zur Verfügung stellen. 

  

Zeitungsberichte in portugiesischer Sprache:

- https://www.jn.pt/local/noticias/porto/santo-tirso/dezenas-de-pessoas-invadem-e-resgatam-caes-de-canil-ilegal-em-santo-tirso-12440432.html

- https://www.publico.pt/2020/07/20/local/noticia/dezenas-pessoas-concentradas-junto-abrigos-valongo-paredes-resgatar-animais-1925220

- https://www.publico.pt/2020/07/21/local/noticia/numero-animais-mortos-santo-tirso-sobe-73-1925306

- https://www.publico.pt/2020/07/20/local/noticia/santo-tirso-suspende-veterinario-municipal-apos-morte-54-animais-incendio-1925226