Es war ein denkwürdiges Konzert im Bürgerzentrum Altona Nord (kurz BIB). Fast 150 Gäste bekamen die Gelegenheit, vor ausverkauftem Haus die kapverdische Musikgruppe Nôs Raíz zu sehen und zu hören. Schon seit längerer Zeit hatte es in Hamburg kein Konzert kapverdischer Musik mehr gegeben, nachdem in den 90er Jahren die inzwischen verstorbene Sängerin Cesária Évora hier mit ihrem Gitarristen Armando Tito noch zu Gast war. Derselbe Gitarrist stand nunmehr mit der Gruppe Nôs Raíz wieder auf der Bühne.  Unter den geladenen Ehrengästen befanden sich die aus Berlin angereiste Botschafterin der Republik Cabo Verde, Frau Jaqueline Maria Duarte Pires Ferreira, der Hamburger Honorarkonsul Heinz-Herbert Hey, sowie Prof. Helmut Siepmann (Köln) von der DASP. Im Publikum befanden sich auch viele in Hamburg lebende Kapverdier, für die dieses Konzert ein besonderes Geschenk darstellte. Sie konnten tanzend und mitsingend der Sodade für ihr Heimatland freien Lauf lassen.   

Nach einigen einleitenden Worten durch den PHG-Präsidenten Luís Pacheco führte die bekannte Litertaturübersetzerin und PHG-Mitglied Barbara Mesquita kurz in die Geschichte der Kapverden und ihrer reichen Musikszene ein. Sie wies darauf hin, dass es für uns nicht normal ist, dass eine Musikgruppe aus Musikern besteht, die drei Altersklassen (von 28-74 Jahren) angehören. Junge Musiker der Kapverden sehen es allerdings als eine Ehre an, mit dem heute 74jährigen Armando Tito auf der Bühne zu stehen. Sie hatte die Idee dieses Konzert zu veranstalten und den Kontakt hergestellt. Dafür gebührt ihr unser Dank. 

Die Gruppe Nôs Raíz. Foto: Claus Bunk

Der erste Teil des Konzertes bestand ausschließlich aus instrumentalen Stücken, die dem Publikum die Vielfältigkeit der kapverdischen Musik vor Augen führte. Langsame Stücke (Mornas) wechselten sich ab mit schnelleren Kompositionen. Im zweiten Teil der Show kam der Sänger Mário Marta auf die Bühne, der mit seiner kräftigen Stimme und seinem Charme das Publikum mitriss. Besonderen Anklang fand ein Stück, das selbst den sonst ruhigen 74jährigen Armando Tito vom Hocker riss. Er machte mit seiner Gitarre einen Ausflug durchs Publikum und spielte als Höhepunkt dieser Einlage sogar seine Gitarre blind auf dem Rücken. Dies hatte er schon vor 25 Jahren im Konzert mit Cesária Évora getan. Mário Marta entzückte das Publikum mit seiner Version des Liedes Sodade. Als Höhepunkt der Zugaben wurde auf Wunsch des Publikums ein Funaná intoniert, der nicht nur das kapverdische Publikum von den Sitzen riss und zum Tanzen anregte. 

Begrüßung der Gäste durch den Vorsitzenden der PHG, Luís Pacheco und  die Literaturübersetzerin Barbara Mesquita, die uns die Idee zu diesem Konzert gegeben hat. Foto: Claus Bunk

Aldair Neves (Klavier), Foto: Claus Bunk

Stephan Almeida (Gitarre), Foto: Claus Bunk

Armando Tito (Gitarre) und  Nir Paris (Schlagzeug), Foto: Claus Bunk

Mario Marta (Gesang) , Foto: Claus Bunk

Nir Paris (Schlagzeug), Foto: Claus Bunk

150 Zuschauer sind begeistert , Foto: Claus Bunk