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Am 3. Februar war es mal wieder soweit: Erika und Peter Koj hatten zum 32. Leseabend in die Susettestraße eingeladen. Schon vor der Gründung unserer Gesellschaft hatte es neun Treffen im Rahmen der Deutsch-Portugiesischen Gesellschaft gegeben und so treffen sich alljährlich die PHG-Mitglieder, die an der Literatur portugiesischsprachiger Provenienz interessiert sind, soweit sie in deutscher Übersetzung vorliegt. Und auch dieses Mal konnte die Übersetzerin, nämlich unser Mitglied Barbara Mesquita, dabei sein. Bereits 2003 hatte sie uns ihre erste Übersetzung eines Romans von Patrícia Melo vorgestellt (Der Matador). Nun war es einer der letzten Romane der brasilianischen Erfolgsautorin (Der Nachbar, unser Buch des Monats Februar 2019), der eine lebhafte Diskussion in der Teilnehmerrunde auslöste. Mehr noch als in den ebenfalls von Barbara Mesquita übersetzten Vorgängern sprengt die Autorin hier das Prinzip des klassischen Kriminalromans. Dabei werden nicht nur spezifisch brasilianische Themen aufgegriffen, die durch den politischen Wechsel (Bolsonaro!) noch an Aktualität gewonnen haben (Macht der Evangelikalen, Drogenhandel, Schulwesen), sondern auch andere negative Aspekte moderner Zivilisation, insbesondere die Lärmbelästigung und wozu der Mensch durch den von ihm ausgelösten Stress in der Lage ist. Da im Moment noch keine diskussionswürdige Neuerscheinung in Sicht ist, wurde für den Leseabend 2021 die köstliche Krimi-Satire Jaime Bunda, Geheimagent des angolanischen Schriftstellers Pepetela vorgeschlagen, die bereits 2006 in der Übersetzung von Barbara Mesquita erschienen ist. Aber vielleicht beschert uns die Leipziger Buchmesse 2021 mit Portugal als Gastland noch eine attraktive Alternative.      

Foto: Holger Prien