Portugiesische Filme im Metropolis Kino

Auch in diesem Jahr zeigte das Metropolis Kino in der Kleinen Theaterstraße (direkt neben der Staatsoper) im Rahmen der Reihe dokArt wieder zwei portugiesische Dokumentarfilme. PHG-Mitglied Anja Sieber hatte sich als Kuratorin dieses Mal für das Thema „Portugal und das Meer“ entschieden. Am 7. März wurde die Reihe „Screening Portugal“ mit einem Film über die Fahrt des Schoners „Crioula“ zu den Ilhas Selvagens eröffnet. Sie fand im Jahr der WM 2010 statt und verfolgte – wie an den T-Shirts der jugendlichen Reisegruppe mit der Aufschrift „Alargar Portugal“ deutlich zu erkennen – den propagandistischen Zweck, darauf aufmerksam zu machen, dass diese kleine, von den Spaniern heiß begehrte Inselgruppe ca. 280 km südlich von Madeira portugiesisches Territorium ist (dazu der Artikel von Jürgen Schaper, „Streit um ein paar Steine…Wem gehören die Ilhas Selvagens?“ in der Portugal-Post 56). Für den Außenstehenden etwas verwirrend war die Collagetechnik des Films. So wurde der Ausflug zu den Ilhas Selvagens verknüpft mit Rückblenden, die an die Zeit erinnerten, in denen die „Crioula“ als eines der 4 Schiffe der „frota branca“ auf Kabeljaufang vor Neufundland ging.

Thematisch sehr viel geschlossener präsentierte sich am 22. März der Film „Mar de Sines“ von Diogo Vilhena aus dem Jahre 2016. Dieser in Brasilien preisgekrönte Dokumentarfilm zeigt auf eindrucksvolle Weise das harte Leben der Fischer von Sines. Es ist ein Beruf, der viel handwerkliches Können und körperlichen Einsatz verlangt. Das gilt insbesondere für die Männer, die unter Einsatz ihres Lebens die Entenmuscheln (percepes) von den vom Meer umtosten Felsen lösen. Beeindruckend auch die große Gelassenheit und Solidarität der Fischer untereinander bei all den Entbehrungen und Strapazen. Diogo Vilhena ist es aber nicht nur gelungen, uns ganz nahe an die Fischer von Sines heranzuführen, mit seiner drohnengestützten Kameraführung gelingen ihm auch, atemberaubende Bildfolgen von der Wildheit und Schönheit der sich südlich von Sines erstreckenden Costa Vicentina einzufangen. Das trotz der späten Stunde (Beginn: 21:15 Uhr) recht zahlreich erschienene Publikum dankte mit standing ovations.